Akupunktur

Akupunktur 1
  • Definition

    Definition

    Die Bezeichnung Akupunktur wird aus dem Lateinischen abgeleitet von:
    acus = Nadel und punctio = das Stechen

  • Geschichtlicher Hintergrund

    Geschichtlicher Hintergrund

    Die Geschichte der Akupunktur lässt sich bis in die Jungsteinzeit (8000-5000 v.Chr.) zurückverfolgen.

    In China wird die Akupunktur seit über 4000 Jahren angewendet. Sie ist ein Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). In Europa setzte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts als erster der Arzt Louis Berlioz in Frankreich mit der Akupunktur auseinander.

    In den folgenden Jahren wurde sie auch in anderen europäischen Ländern als Heilverfahren angewendet. Bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts geriet sie in Vergessenheit. Einmal wieder entdeckt, verbreitete sie sich von Frankreich aus rasch über ganz Europa.

  • Wirkungsweise

    Wirkungsweise

    Es gibt mehr als 360 wirksame Akupunkturpunkte.

    Das Setzen von Nadeln, heute aus haarfeinem Stahl, Silber, Gold oder Titan, kann bei der Regulierung des Qi-fluß im Körper helfen. Schmerzen könnten dadurch gelindert und das energetische Gleichgewicht wieder hergestellt werden.

  • Dauer und Durchführung

    Dauer und Häufigkeit

    Die Erst-Behandlung dauert 60 – 90 Minuten und besteht aus zwei Teilen, der Diagnostik (= Anamnese und Pulsdiagnose) und der Behandlung (= im Sitzen oder Liegen werden bis max. 10 Akupunkturnadeln gesetzt, die nach 20 bis 30 Minuten wieder entfernt werden).

    Anschluss-Behandlungen dauern in der Regel ca. 30 Minuten.

  • Häufigkeit

    Häufigkeit

    Wie viele Akupunktursitzungen benötigt werden wird individuell, je nach Erkrankung und Schweregrad, festgelegt. Meist ist es so: je länger die Erkrankung besteht, desto länger dauert die Therapie.

    • Manchmal genügt schon eine Behandlung
    • Oft reicht eine Behandlungsserie von 8 – 12 Sitzungen aus, um einen Heilerfolg ermöglichen zu können.
    • Wenn der Therapieverlauf oder die Schwere der Erkrankung es erfordert, können weitere Behandlungsserien nötig sein
    • 3 – 4 Monate nach Abschluss der Behandlung sind zur Auffrischung 2 – 4 Akupunkturbehandlungen zu empfehlen, die dann zur Stabilisierung des Heilerfolges beitragen.
    • Bei erneutem Auftreten der Erkrankung (nach Monaten oder Jahren) sollte relativ frühzeitig mit einer erneuten Akupunkturbehandlung begonnen werden. Diese ist i.d.R. deutlich kürzer als der erste Behandlungszyklus

Anwendungsbereiche der Akupunktur

  • Indikationen

    Indikationen

    • chronische Schmerzen, bei denen kein körperlicher Befund vorliegt
    • Erkrankungen des Respirationstraktes (z.B. akute Sinusitis)
    • Lungenerkrankungen (z.B. akute Bronchitis, Bronchialasthma)
    • Gastrointestinale Erkrankungen (z.B. chron. Magengeschwüre, Verstopfung, Durchfall)
    • Schlafstörungen
    • Depressionen, Angststörungen
    • Neurologische und orthopädische Erkrankungen (z.B. Migräne, Kopfschmerzen, Trigeminusneuralgie (fast immer einseitige heftige Schmerzattacken im Gesicht), Schulter-Arm-Syndrom, Tennisellenbogen, PHS (Periarthritis Humero Scapularis) = Entzündung in unmittelbarer Umgebung des Schultergelenks, Ischialgie (chronisch), Lumbago (=Hexenschuss), Rheumatoide Arthritis (= rheumaähnliche Gelenkentzündung), Neurologische Störungen (etwa nach Schlaganfällen)
    • Augenerkrankungen (z.B. zentrale Retinitis)
    • Muskuloskeletale Erkrankungen (etwa Cervicobrachialsyndrom)
    • Erkrankungen im Mundbereich (etwa Schmerzen nach Extraktionen, Gingivitis).
  • Kontraindikationen

    Kontraindikationen

    • Epileptiker (wegen der Gefahr eines epileptischen Anfalls)
    • Menschen mit schweren psychischen Störungen (z.B. Manie, Schizophrenie, Wahn)
    • Menschen mit bestimmten Tumorarten
    • akute Entzündungen, Knochenbrüche, frische Verletzungen, akute Ischialgie
  • Mögliche Nebenwirkungen

    Mögliche Nebenwirkungen

    • aufgrund der Entspannung kann es während und nach der Akupunktur zu Müdigkeit kommen
    • es kann an der Einstichstelle zur Ausbildung eines Blutergusses (Hämatom) kommen
    • es können vereinzelt Blutstropfen austreten
    • bei bestimmten Punkten oder Punktkombinationen kann dem Patient schwindlig werden

Ohrakupunktur

  • Definition

    Definition

    Erst in den fünfziger Jahren des 20.Jahrhunderts entwickelte der französische Arzt Paul Nogier das europäische System der Ohrakupunktur, auch Aurikulotherapie genannt: Es ist ein eigenes, in sich geschlossenes  Therapiesystem, bei dem sowohl andere Punkte und andere Punktkombinationen gewählt werden, als z.B.  in China, Ägypten, Griechenland oder Persien.

  • Wirkungsweise

    Wirkungsweise

    Im Ohr bildet sich unser gesamter Körper reflektorisch ab, so dass wir die Möglichkeit haben, durch gezielte Reize mit Nadeln auf funktionale, nervale und psychische Disharmonien einzuwirken.

    Die Behandlung über das Ohr funktioniert über das Reflexzonenprinzip, wonach es zwischen einzelnen Punkten im Ohr Zusammenhänge zu verschiedenen Organen und Strukturen im Körper gibt. Mit der Nadelung der Ohrpunkte wird die Reflexzone im Ohr in der Weise stimuliert, dass eine therapeutische Reizwirkung am Organ entsteht und im Körper den natürlichen Energiefluss belebt und ausgleicht.

    » Das Ohr ist der Ort, an dem alle Meridiane sich treffen. «.

Anwendungsbereiche der Ohrakupunktur

  • Indikationen

    Indikationen

    Bekannt ist die Ohrakupunktur durch die Suchtbehandlung, besonders hervorzuheben sind ihre Erfolge in der Schmerztherapie. Das Anwendungsspektrum als Adjuvant umfasst u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, allergische und vegetative Erkrankungen und die Herstellung des seelischen Gleichgewichts.

  • Häufigkeit

    Es kommt vor, dass eine einmalige Behandlung ausreichend ist um Beschwerden aufzulösen, meist jedoch ist ein längeres Behandlungsintervall von 10-15 Sitzungen notwendig, um ein dauerhaft gutes Ergebnis zu erreichen.

    Bei Erwachsenen verwende ich die Ohrakupunktur gern im Zusammenhang mit einer Raucherentwöhnung. Hier hat sich das Setzen von Dauernadeln bewährt. Die Dauernadeln verbleiben über mehrere Tage bis zu einer Woche, manchmal auch länger im Ohr. Mit Hilfe der im Ohr fixierten Nadeln wird die Energie am jeweiligen Ohrpunkt bzw. dem zugehörigen Organ für die Dauer der Therapie und darüber hinaus auf dem gewünschten Niveau gehalten.

 


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